|
Lehm dient den Menschen seit Jahrtausenden als Baustoff. Für Mauerwerk, für Putze, als Deckenfüllmaterial, für Lehmstampfböden und nicht zuletzt bei Erdbauwerken wie z.B. Dämmen
und Deponieabdeckungen. Im Mauerwerksbau gibt es verschiedene Verfahren:
- Lehmsteine (luftgetrochnete Steine in Mauerwerksformaten, fälschlich oft auch Lehmziegel genannt), werden im Mauerwerksverband verarbeitet oder zum Ausfachen bei Fachwerk verwendet.
- Stampflehm (Lehm wird ähnlich wie bei monolithischem Beton in Schalungen verarbeitet)
- Wellerlehm, auch Lehmweller (nur noch in der Sanierung üblich, “Wickel” aus Lehm und meist Stroh)
Von Leichtlehm wird i.d. Regel gesprochen, wenn der Lehm mit leichten Stoffen versetzt wird, die meist seine Wärmedämmfähigkeit verbessern, z.B. Holzspäne, Stroh u. dgl. Vorteile von Lehm als Mauerwerksmaterial:
- Gutes Diffusionsverhalten
wohnbiologisch wertvoll, keine Schadstoffausdünstungen
geringer Energieaufwand bei Herstellung
u.U. kann anstehender Baugrund verarbeitet werden (vom Fachmann zu prüfen!)
unproblematisch bei Umbauten (“Wenn mir mein Haus nicht mehr gefällt, sumpfe ich es ein und baue ein neues.”, ist ein unter Lehmbaufreunden üblicher, nicht ganz ernst gemeinter Spruch
Entsorgung unproblematisch
hohe speicherwirksame Bauwerksmasse
gute Dämmung bei Leichtlehmen
guter Lärmschutz
Nachteile:
- vergleichsweise geringe Druckfestigkeit, vor allem bei Leichtlehmen
- Witterungsanfälligkeit (solange nicht verputzt), feuchteempfindlich
- relativ geringe Standardisierung und geringerer Marktanteil, dadurch bei Einkauf nicht immer günstig
Hinweis: Soll vorhandener Lehm in Eigenleistung verarbeitet werden, ist unbedingt der Rat des Fachmanns einzuholen. Lehm ist ein Naturprodukt und kann hinsichtlich
seiner Sieblinie (Körnung) und somit statisch wie bauphysikalisch sehr unterschiedlich sein. Daüber hinaus gibt es Putze und Mörtel auf Lehmbasis, wobei Einzelheiten hierzu den
Rahmen der Internetseite sprengen würden. Gleiches gilt für den Einsatz im Erd- und Tiefbau. Fragen? |